{"id":1785,"date":"2013-08-07T08:20:56","date_gmt":"2013-08-07T08:20:56","guid":{"rendered":"http:\/\/rechtsportlich.net\/?p=1785"},"modified":"2013-08-07T15:16:56","modified_gmt":"2013-08-07T15:16:56","slug":"kuendigung-bei-fitnessstudio-aus-wichtigem-grund-darf-immer-gekuendigt-werden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/rechtsportlich.net\/?p=1785","title":{"rendered":"K\u00fcndigung bei Fitnessstudio: Aus wichtigem Grund darf immer gek\u00fcndigt werden"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein Thema, das Hobbysportler aber auch Betreiber von Fitnessstudios immer wieder besch\u00e4ftigt: Wann und aus welchem Grund darf ein Fitnessvertrag gek\u00fcndigt werden? Ist ein 2-Jahres-Vertrag in Ordnung und wie hoch d\u00fcrfen eigentlich die Geb\u00fchren sein?<\/strong><\/p>\n<p>K\u00fcndigungen von Fitnessvertr\u00e4gen besch\u00e4ftigen regelm\u00e4\u00dfig nicht nur unsere Mandanten, sondern auch zahlreiche Gerichte. Mit guten Vors\u00e4tzen f\u00fcrs neue Jahr macht man sich vor allem nach der Weihnachtszeit auf die Suche nach einem geeigneten Fitnessstudio. Doch schnell wird klar, dass diese Vors\u00e4tze f\u00fcr eine l\u00e4ngere Zeit Bestand haben m\u00fcssen, denn Betreiber wollen ihre Kunden oftmals f\u00fcr eine lange Zeit an sich binden. Dass hier mitunter auch strittige Situationen entstehen k\u00f6nnen, ist vorprogrammiert. Deshalb besch\u00e4ftigen sich nicht nur lokale Amtsgerichte regelm\u00e4\u00dfig mit Klagen rund um Vertr\u00e4ge von Fitnessstudios, sondern bereits im vergangenen Jahr auch der Bundesgerichtshof (BGH, Urteil v. 08.02.2012 \u2013 Az.: <a href=\"http:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=XII ZR 42\/10\" target=\"_blank\" title=\"BGH, 08.02.2012 - XII ZR 42\/10: AGB-Kontrolle im Fitness-Studiovertrag: K&uuml;ndigungsklausel\">XII ZR 42\/10<\/a>). Dem Urteil sind dabei ein paar wesentliche Erkenntnisse zu entnehmen:<\/p>\n<p><strong>1. Lange Laufzeiten sind grunds\u00e4tzlich in Ordnung<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Drum pr\u00fcfe, wer sich ewig bindet&#8220; lautet hier die Devise. Studiobetreiber m\u00fcssen planen k\u00f6nnen mit Klienten und Ums\u00e4tzen. Nicht zuletzt deshalb ist eine Erstvertragslaufzeit von z.B. 24 Monaten in Ordnung. Sofern sich kein Umstand ergibt, der ein Sonderk\u00fcndigungsrecht rechtfertigt, bleibt man an den Vertrag gebunden und hat daf\u00fcr auch zu bezahlen. Die H\u00f6he der Geb\u00fchren spielt dabei \u00fcbrigens zun\u00e4chst keine Rolle, denn die sind frei verhandelbar.<\/p>\n<p><strong>2. Aus wichtigem Grund kann immer gek\u00fcndigt werden<\/strong><\/p>\n<p>Die obersten Richter stellten hingegen auch noch einmal fest, dass jeder jederzeit aus wichtigem Grund einen Fitnessvertrag k\u00fcndigen kann. Es spielt keine Rolle, ob und was der Vertrag hierzu Abweichendes regelt. Ein wichtiger Grund kann zum Beispiel sein:<\/p>\n<ul>\n<li>Schwangerschaft<\/li>\n<li>eine dauerhafte Erkrankung<\/li>\n<li>Umzug des Fitnessstudios<\/li>\n<li>eigener Umzug<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Betreiber von Sportstudios d\u00fcrfen im Falle der K\u00fcndigung aus wichtigem Grund \u00fcbrigens keine zu engen Voraussetzungen an die K\u00fcndigung kn\u00fcpfen. So darf zum Beispiel in aller Regel nicht die Frage nach der konkreten Krankheit gestellt werden. Auch darf keine zu kurze Frist gesetzt werden, um die Erkrankung \u00fcberhaupt bekannt zu geben. Der Klient muss auch die M\u00f6glichkeit haben abzuwarten, ob die Erkrankung nicht m\u00f6glicherweise wieder besser wird.<\/p>\n<p><strong>3. Attest ja, aber zu einfachen Bedingungen<\/strong><\/p>\n<p>Fitnessstudios d\u00fcrfen \u00fcbrigens ein Attest abverlangen, das nachweist, dass der Kunde tats\u00e4chlich erkrankt ist. Allerdings muss dieses Attest in aller Regel keine Angaben zur tats\u00e4chlichen Erkrankung enthalten. Es gen\u00fcgt demnach, wenn best\u00e4tigt wird, dass Sport auf lange Sicht erst einmal nicht mehr m\u00f6glich ist. Auch Klauseln, die vorsehen, dass ein Klient zu einem bestimmten Arzt muss (Amtsarzt, eigener Arzt des Studios, etc.) d\u00fcrften einer richterlichen \u00dcberpr\u00fcfung in keinem Fall Stand halten.<\/p>\n<p><em>Fazit<\/em>: Wer seinen Vertrag ordentlich k\u00fcndigen will, kann das rechtzeitig innerhalb der gesetzten Fristen zum Vertragsende hin tun. Wer seinen Vertrag aus wichtigem Grund fristlos k\u00fcndigen m\u00f6chte, kann das jederzeit machen, sofern ein wichtiger Grund vorliegt. Es empfiehlt sich, eine K\u00fcndigung immer per Einschreiben mit R\u00fcckschein zu versenden. Sollte der Betreiber des Studios trotzdem an dem Vertrag festhalten oder weiterhin Zahlungen einfordern, so bestehen zwei M\u00f6glichkeiten: Entweder der Hobby-Sportler wartet ab, bis und ob der Betreiber eines Studios das Geld einklagt oder er geht selbst in die Offensive. Mittels Feststellungsklage kann beim zust\u00e4ndigen Gericht, auch vom Sportler selbst beantragt werden, festzustellen, dass ein Vertrag tats\u00e4chlich gek\u00fcndigt ist und daher keine Rechte und Pflichten f\u00fcr beide Parteien mehr bestehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Thema, das Hobbysportler aber auch Betreiber von Fitnessstudios immer wieder besch\u00e4ftigt: Wann und aus welchem Grund darf ein Fitnessvertrag gek\u00fcndigt werden? Ist ein 2-Jahres-Vertrag in Ordnung und wie hoch d\u00fcrfen eigentlich die Geb\u00fchren sein? K\u00fcndigungen von Fitnessvertr\u00e4gen besch\u00e4ftigen regelm\u00e4\u00dfig nicht nur unsere Mandanten, sondern auch zahlreiche Gerichte. Mit guten Vors\u00e4tzen f\u00fcrs neue Jahr macht &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"http:\/\/rechtsportlich.net\/?p=1785\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eK\u00fcndigung bei Fitnessstudio: Aus wichtigem Grund darf immer gek\u00fcndigt werden\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/rechtsportlich.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1785"}],"collection":[{"href":"http:\/\/rechtsportlich.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/rechtsportlich.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/rechtsportlich.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/rechtsportlich.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1785"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/rechtsportlich.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1785\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1791,"href":"http:\/\/rechtsportlich.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1785\/revisions\/1791"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/rechtsportlich.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1785"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/rechtsportlich.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1785"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/rechtsportlich.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1785"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}