{"id":2664,"date":"2018-11-25T14:42:59","date_gmt":"2018-11-25T12:42:59","guid":{"rendered":"http:\/\/rechtsportlich.net\/?p=2664"},"modified":"2018-11-25T14:42:59","modified_gmt":"2018-11-25T12:42:59","slug":"zulaessige-abbildung-eines-gewerkschaftsvorsitzenden-in-einer-satirischen-werbeanzeige","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/rechtsportlich.net\/?p=2664","title":{"rendered":"Zul\u00e4ssige Abbildung eines Gewerkschaftsvorsitzenden in einer satirischen Werbeanzeige"},"content":{"rendered":"<p>Das Oberlandesgericht Dresden musste sich mit der Frage auseinandersetzen, ob die satirische Werbung mit dem Bild eines Gewerkschaftsf\u00fchrers zul\u00e4ssig ist oder nicht (Az. <a href=\"http:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=4%20U%201822\/17\" target=\"_blank\" title=\"OLG Dresden, 21.08.2018 - 4 U 1822\/17: Anspr&uuml;che wegen unberechtigter Verwendung eines Lichtbil...\">4 U 1822\/17<\/a>). Der Kl\u00e4ger ist Bundesvorsitzender einer Gewerkschaft die im Jahr 2014\/15 neun mehrt\u00e4gige, fl\u00e4chendeckende Bahnstreiks organisierte. Die Beklagte ist ein Tochterunternehmen einer international t\u00e4tigen Autovermietung. Im Jahr 2014 erschien, u. a. in einer Zeitung, eine ganzseitige Werbeanzeige der Beklagten, die ein Portraitfoto des Kl\u00e4gers mit dem Text zeigte: <em>\u201eUnser Mitarbeiter des Monats\u201c.<\/em><\/p>\n<p>Das Oberlandesgericht hat die Klage zur\u00fcckgewiesen. Die Verwendung einer Fotografie des Kl\u00e4gers in der Werbeanzeige stellt nach Auffassung des Oberlandesgerichts keine rechtswidrige Pers\u00f6nlichkeitsverletzung dar.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich d\u00fcrfen Bildnisse nach <a href=\"http:\/\/dejure.org\/gesetze\/KunstUrhG\/22.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 22 KunstUrhG\">\u00a7 22 S. 1 KUG<\/a> nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet und \u00f6ffentlich zur Schau gestellt werden. Eine Ausnahme besteht dann, wenn das Bildnis dem Bereich der Zeitgeschichte zuzuordnen ist (<a href=\"http:\/\/dejure.org\/gesetze\/KunstUrhG\/23.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 23 KunstUrhG\">\u00a7 23 Abs. 1 Nr. 1 KUG<\/a>).<\/p>\n<p>Was Anderes gilt allerdings dann, wenn die Verwendung von zeitgeschichtlichen Bildnissen ausschlie\u00dflich dem Gesch\u00e4ftsinteresse des werbenden Unternehmens dient, ohne dass zugleich ein dar\u00fcberhinausgehendes Informationsinteresse besteht. Dies hat das Oberlandesgericht abgewiesen, da die Werbeanzeige anl\u00e4sslich einer aktuellen Debatte \u00fcber wichtige gesellschaftspolitische Themen geschaltet worden sein. Die Entscheidung reiht sich damit in die sogenannte \u201eLafontain-Entscheidung\u201c des Bundesgerichtshofs ein. Entscheidend ist, ob in satirischer Absicht ein Ereignis der Zeitgeschichte aufgegriffen wird, mit dem der Abgebildete verbunden wird.<\/p>\n<p>Es bleibt zu bef\u00fcrchten, dass wie sich bereits mit der sogenannten Lafontaine-Rechtsprechung abgezeichnet hat, auch zuk\u00fcnftig werbende Unternehmen m\u00f6glichst aktuelle satirische Bez\u00fcge schaffen werden, um ohne Einwilligung von Prominenten und ohne entsprechende Lizenzgeb\u00fchr, deren Bildnisse zu verwenden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Oberlandesgericht Dresden musste sich mit der Frage auseinandersetzen, ob die satirische Werbung mit dem Bild eines Gewerkschaftsf\u00fchrers zul\u00e4ssig ist oder nicht (Az. 4 U 1822\/17). Der Kl\u00e4ger ist Bundesvorsitzender einer Gewerkschaft die im Jahr 2014\/15 neun mehrt\u00e4gige, fl\u00e4chendeckende Bahnstreiks organisierte. Die Beklagte ist ein Tochterunternehmen einer international t\u00e4tigen Autovermietung. 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