{"id":607,"date":"2011-10-25T06:05:59","date_gmt":"2011-10-25T06:05:59","guid":{"rendered":"http:\/\/rechtsportlich.net\/?p=607"},"modified":"2011-10-25T07:02:53","modified_gmt":"2011-10-25T07:02:53","slug":"wiedereinsetzung-in-den-vorigen-stand-wer-sorglos-ist-verliert","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/rechtsportlich.net\/?p=607","title":{"rendered":"Wiedereinsetzung in den vorigen Stand: Wer sorglos ist verliert"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/rechtsportlich.net\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Auswahl_002.jpeg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-612\" title=\"Auswahl_002\" src=\"http:\/\/rechtsportlich.net\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Auswahl_002-300x197.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"197\" \/><\/a>Der Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen Vers\u00e4umung der Einspruchsfrist gegen einen Vollstreckungsbescheid kann jedenfalls dann zur\u00fcckgewiesen werden, wenn der Beklagte allzu sorglos die Post von seiner Mutter bearbeiten l\u00e4sst und diese den Vollstreckungsbescheid aus Versehen falsch weiter leitet, sodass ihn der Beklagte nie zu Gesicht bekam. Das entschied das AG Donaueschingen in einem von uns vertretenen Verfahren (AG Donaueschingen, Urteil vom 01.12.2010 &#8211; <a href=\"http:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=31%20C%20235\/10\" target=\"_blank\" title=\"AG Donaueschingen, 01.12.2010 - 31 C 235\/10\">31 C 235\/10<\/a>). Das Urteil ist mittlerweile rechtskr\u00e4ftig.<\/strong><\/p>\n<p>Unsere Mandantin nahm den Beklagten auf Zahlung von Schadenersatz aus einem Vertrag in Anspruch. Nachdem der Schuldner nicht bezahlen wollte, beantragte sie einen Mahnbescheid sowohl gegen die Firma des Beklagten, wie auch gegen ihn pers\u00f6nlich. Nachdem der Beklagte darauf nicht reagierte, beantragten wir entsprechend einen Vollstreckungsbescheid. Auch gegen diesen wurde binnen zwei Wochen kein Rechtsmittel eingelegt.<\/p>\n<p>Nach der Beauftragung der zust\u00e4ndigen Gerichtsvollzieherin beantragte der Beklagte pl\u00f6tzlich Wiedereinsetzung in den vorigen Stand. Die Begr\u00fcndung: Er habe weder den Vollstreckungsbescheid noch den Mahnbescheid jemals zu Gesicht bekommen, seine Mutter verwalte die Post und genau diese habe den Vollstreckungsbescheid versehentlich falsch weiter geleitet, was sogar nachgewiesen werden konnte.<\/p>\n<p>Das AG Donaueschingen entschied trotzdem zugunsten unserer Mandantin (AG Donaueschingen, Urteil vom 01.12.2010 &#8211; <a href=\"http:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=31%20C%20235\/10\" target=\"_blank\" title=\"AG Donaueschingen, 01.12.2010 - 31 C 235\/10\">31 C 235\/10<\/a>). Im Urteil hei\u00dft es dazu:<\/p>\n<blockquote><p>Der Beklagte macht es sich allzu leicht, wenn er sich auf den Standpunkt stellt, f\u00fcr all dies habe er ja schlie\u00dflich seine Mutter engagiert. Als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und Gesellschafter einer GmbH &#8211; Sprachdefizite hin oder her &#8211; kann der Beklagte sich seinen hieraus erwachsenen, erh\u00f6hten Pflichten nicht durch eine schlichte Abw\u00e4lzung der Verantwortung auf seine in gesellschaftsrechtlichen Dingen nicht bewanderte Mutter entziehen. Von ihm h\u00e4tte man unter den geschilderten Umst\u00e4nden wenigstens eine regelm\u00e4\u00dfige, in kurzen &#8211; mindestens w\u00f6chentlichen &#8211; Abst\u00e4nden vorzunehmende Erkundigung und Nachfrage bei seiner Mutter nach dem Inhalt der eingegangenen Post erwartet, ebenso eine regelm\u00e4\u00dfige Sichtung derselben. Das musste man gerade zur Vermeidung von Fristabl\u00e4ufen vom Beklagten erwarten.<\/p><\/blockquote>\n<h6><em>Bildquelle: RainerSturm \u00a0\/ pixelio.de<\/em><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen Vers\u00e4umung der Einspruchsfrist gegen einen Vollstreckungsbescheid kann jedenfalls dann zur\u00fcckgewiesen werden, wenn der Beklagte allzu sorglos die Post von seiner Mutter bearbeiten l\u00e4sst und diese den Vollstreckungsbescheid aus Versehen falsch weiter leitet, sodass ihn der Beklagte nie zu Gesicht bekam. 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