Neue Sportrechts-Zeitung

Seit wenigen Monaten erscheint eine neue Sportrechts-Zeitschrift,  die „SpoPrax“ (Näheres unter www.spoprax.eu). Die SpoPrax widmet sich neben der Darstellung und Kommentierung aktueller Entwicklungen und Entscheidungen im Sportrecht schwerpunktmäßig auch dem e-Sport, einem immer mehr praktische und wirtschaftliche Bedeutung gewinnenden Teilgebiet des Sportrechts.

Unser Partner Dr. Joachim Rain ist im Herausgeberbeirat der SpoPrax, zusammen mit zahlreichen anderen namhaften Vertretern des deutschen Sportrechts.

Brandenburger SC und Wacker Nordhausen bleiben in der Oberliga!

Am 16.04.2021 hatte das Präsidium des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) beschlossen, die Spielzeit 2020/2021 vorzeitig zu beenden, nachdem sie bereits zuvor monatelang bedingt durch die Corona-Pandemie unterbrochen war. Weiter wurde beschlossen, dass als Abschusstabelle der jeweilige Tabellenstand vor der Unterbrechung zum 01.11.2020 gelten solle und daraus resultierende Aufstiegsrechte nach Maßgabe übergeordneter DFB-Bestimmungen bestehen bleiben sollten.

Der Abstieg aus den Spielklassen des NOFV in die nächst tiefere Spielklasse sollte entfallen, mit Ausnahme von Absteigern aus der Regionalliga Nordost und den Oberligen.

Die beiden betroffenen Vereine Brandenburger SC und Wacker Nordhausen, jeweils vertreten durch Dr. Joachim Rain, waren letztlich die beiden einzigen Vereine, die als jeweilige Tabellenletzte der Oberliga somit vom Abstieg betroffen waren, dies obwohl sie bis zum Zeitpunkt der Unterbrechung und nachfolgend endgültigen Einstellung des Spielbetriebs in der Saison 2020/2021 gerade einmal 9 Spiele und damit lediglich rund 1/4 der eigentlich zu absolvierenden Spiele gespielt hatten.

Beide Vereine legten gegen diese Präsidiumsentscheidung Beschwerde zum Verbandsgericht des NOFV ein, das diesen Beschwerden im Wesentlichen stattgab und aussprach, dass der sportliche Abstieg aus den Oberligen zum Ende des Spieljahres 2020/2021 entfalle.

Dabei ließ das Verbandsgericht offen, ob nach lediglich 9 Spieltagen überhaupt schon eine repräsentative und sportlich aussagekräftige, faire Tabelle angenommen werden kann (in Regelungen anderer Landes- und Regionalverbände ist z. B. bestimmt, dass eine entsprechende Abstiegsregelung nur in Betracht kommt, wenn mindestens die Hälfte der planmäßigen Spiele absolviert ist). Das Verbandsgericht sah es jedenfalls als nicht zulässig an, basierend auf der vom Präsidium in Anspruch genommenen Rechtsgrundlage von § 9 der Spielordnung des NOFV zwar den Abstieg für alle Spielklassen auszusetzen, nicht jedoch für die Regionalliga Nordost und die ihr untergeordneten Oberligen. Dies müsse schon deshalb gelten, weil im Damen- und Juniorenbereich auf vergleichbarem Liganiveau keine vergleichbare Entscheidung getroffen worden sei, sondern vielmehr der Argumentation der Beschwerdeführer folgend dort gerade keine einen Abstieg erfordernde Verwässerung bzw. Aufblähung des Ligaumfangs angenommen worden sei, wie sie zur Rechtsfertigung der Präsidiumsentscheidung u.a. als Argument angeführt wurde.

Damit steht fest, dass der Brandenburger SC und Wacker Nordhausen auch in der Saison 2021/2022 am Spielbetrieb der jeweiligen Oberliga teilzunehmen berechtigt sind.

Wie der NOFV dies organisatorisch umsetzt (im Zweifelsfall durch eine Aufstockung) bleibt abzuwarten und unterliegt seiner Organisationshoheit.

Phillipp Mwene und PSV Eindhoven

Unser Partner Dr. Joachim Rain hat den Spieler Phillipp Mwene (bislang Mainz 05) juristisch bei den Vertragsverhandlungen mit der PSV Eindhoven begleitet, dabei ist dieser Schnappschuss beim internen Pressetermin im Philips Stadion in Eindhoven entstanden.

CRO-TOUR 2022

Am 30.04.2021 hat Cro sein 4. Album „Trip“  erfolgreich veröffentlicht.

Mit „Trip“ hat Cro seinen Status als Ausnahmekünstler in der Deutschen Musiklandschaft erneut unter Beweis gestellt.  In dem Doppelalbum widmet sich Cro dem Sound der 70 Jahre (Woodstock, Surf-Rock und Psychedelic-Rock). In der zweiten Hälfe ist eine Fortführung zu hören, was Cro seit „Easy“ erfolgreich gemacht hat.

Im April und Mai 2022 geht es mit seinen neuen Werken dann endlich auch wieder auf ausgedehnte Tour.

Es freut mich, dass ich meinen langjährigen Mandanten Cro bei den Vertragsverhandlungen mit Chimperator Live beraten durfte und freue mich gemeinsam mit Cro, truworks records und Chimperator Live auf eine erfolgreiche Tour.

Bietigheim Steelers werden Meister der DEL2

Nach einer spannenden Finalserie gewinnen die Bietigheim Steelers das Play-off-Finale in der Deutschen Eishockey-Liga2 und küren sich zum Meister der diesjährigen Saison. Damit haben die Steelers gleichzeitig die sportliche Qualifikation zum Aufstieg in die DEL – dem Oberhaus der deutschen Eishockeyklubs – geschafft. Dies hat eine besondere Bedeutung, nachdem zum ersten Mal seit 2006 überhaupt wieder ein Aufstieg in die DEL möglich ist.

Die Grundlage für diesen Erfolg wurde vor nicht einmal einem Jahr gelegt, als Dr. Thomas Himmer vor dem Schiedsgericht der Deutschen Eishockey Liga für die Steelers die Lizenz für die diesjährige DEL2-Saison erkämpfte, nachdem diese zunächst verweigert wurde. Wir sind dem Verein zudem schon seit Jahren durch die Beratung unseres Partners Prof. Dr. Ralf Kitzberger – insbesondere in Markenrechtsfragen – verbunden.

Wir gratulieren herzlich zu dem Erfolg!

Hansi Flick wird neuer Bundestrainer

Hansi Flick wird der neue Bundestrainer und übernimmt nach der Europameisterschaft das Amt. Er wird damit der Nachfolger von Joachim Löw, der seinen Posten nach der Europameisterschaft nach 15 erfolgreichen Jahren aufgeben wird. Hansi Flick war von 2006 bis 2014 Co-Trainer von Joachim Löw bei der Nationalmannschaft.

Bei den Vertragsverhandlungen mit dem DFB wurde Hansi Flick von unserem Partner Prof. Christoph Schickhardt beraten.

Wir gratulieren unserem langjährigen Mandanten und Freund Hansi Flick und wünschen ihm viel Erfolg als Bundestrainer.

Non-Fungible Token

Was sind eigentlich non-fungible tokens (NFT). Mit den sogenannten non-fungible token werden digitale Werke wie z.B. Kunstwerke zu handelbaren Gütern, die sich digital sammeln und versteigern lassen.

In den letzten Wochen machten die NTFs erhebliche Schlagzeilen. Nicht zuletzt, weil bereits am 11. März 2021 von dem Auktionshaus Christie´s ein digitales Kunstwerk mit den Namen „Everydays: the First 5000 days“ für umgerechnet ca. 70.000.000,00 US versteigert wurde.

Ähnlich wie bei der Frage der von künstlicher Intelligenz geschaffenen Werken stellen sich auch im Zusammenhang mit NFT´s rechtliche Fragen. Insbesondere im Urheberrecht lässt sich eine eindeutige Zuordnung noch nicht abschließend nachvollziehen.

Zu denken wäre hierbei u.a. daran, dass wenn von einem urheberrechtlich geschützten Werk NFT´s erstellt und in den digitalen Handel gebracht werden ein unbekanntes Recht zur öffentlichen Wiedergabe im Sinne des § 15 Abs. 2 UrhG vorliegt.

In Betracht kommt aber auch dass NFT´s keine urheberrechtliche Relevanz haben, sondern die Inhaberschaft am digitalen Original isoliert von etwaigen Urheberrechten zu sehen ist.

Die rechtliche Entwicklung und Diskussion hierzu werden wir bei rechtsportlich beobachten und insbesondere über die urheberrechtlichen Aspekten und  der  entsprechenden Vertragsgestaltung  regelmäßig berichten.

Super League – Ermittlungen gegen die „abtrünnigen Drei“

Es ist noch nicht lange her, dass die Super League ihre Pläne offenbarte und nur kurze Zeit später damit spektakulär scheiterte. Das Kapitel Super League ist damit jedoch noch nicht beendet. Der Streit zwischen UEFA, den Ligen und den abtrünnigen Klubs geht in die nächste Runde.

Vergangenen Mittwoch verkündete die Sportsgerichtsbarkeit der UEFA in einem kurzen Statement, dass offiziell Ermittlungen gegen Juventus Turin, Real Madrid und den FC Barcelona durch die zuständigen Disziplinarorgane der UEFA aufgenommen wurden. Das Verfahren könnte potenziell mit einem Ausschluss der Klubs aus der Champions League enden. Diese drei Klubs sind die letzten, die öffentlich noch zur Gründung der Super League stehen.

Der größte Streitpunkt zwischen den „abtrünnigen Drei“ und der UEFA sowie den nationalen Ligen ist weiterhin die Frage, ob ein Ausschluss aus der Champions League oder den nationalen Ligen möglich ist. Die Super League selbst hat diesbezüglich ebenfalls Rechtsschritte eingeleitet. Es wurde vermeldet, dass ein Handelsgericht dem Europäischen Gerichtshof die Frage vorgelegt hat, ob die die UEFA und die FIFA durch eine Monopolstellung den freien Wettbewerb verhindere und damit gegen EU-Recht verstößt.

Hinsichtlich der anderen neun Klubs, welche sich in kürzester Zeit von ihrem Willen an der Teilnahme zur Super League distanziert haben, genehmigte die UEFA Wiedereingliederungsmaßnahmen unter Auflagen. Diese Klubs hatten „im Geiste der Versöhnung und zum Wohle des europäischen Fußballs“ bei der UEFA Verpflichtungserklärungen eingereicht, in denen sie sich zu den UEFA- und nationalen Klubwettbewerben bekannten. Als Strafe müssen die Klubs eine Spende von 15 Millionen Euro für den Kinder-, Jugend- und Amateurfußball leisten sowie fünf Prozent ihrer UEFA-Einnahmen einer Saison an die UEFA entrichten. Zudem wurde eine Vertragsstrafe von 100 Millionen Euro pro Klub vereinbart, sollten die Pläne zur Teilnahme an der Super League wiederaufgenommen werden.

Autor: Dr. Thomas Himmer

Verfahren vor der Ethikkammer des Sportgerichts

Der DFB-Präsident Fritz Keller hat vor der Ethikkammer des Sportgerichts am vergangenen Freitag seine Stellungnahme abgegeben. In dem Verfahren erklärte Fritz Keller ausdrücklich, dass er dankbar dafür ist, in dem Sportgericht des DFB ein unabhängiges, vertraulich arbeitendes Gremium gefunden zu haben, in dem die Umstände seiner angegriffenen Äußerung dargestellt und nachgeprüft werden können.

Der DFB-Präsident wird in dem Verfahren vor der Ethikkammer von unserem Partner Prof. Christoph Schickhardt vertreten.

Eine Entscheidung der Ethikkammer wird diese Woche erwartet.

Angemessene Vergütung für Kameramann von „Das Boot“

Der Rechtsstreit des Kameramanns des Films „Das Boot“ um eine angemessene Vergütung geht weiter. Nachdem der Kameramann vor dem LG München I teilweise Erfolg hatte, sprach ihm das OLG München 400.000,00 € zu.

In dem Revisionsverfahren vor dem BG hat dieser nunmehr festgestellt, (Urteil vom 01.04.2021 – I ZR 9/18) dass bei der Berechnung der Ansprüche des Kameramanns Fehler gemacht wurden.

Das Oberlandesgericht habe für das maßgebliche auffällige Missverhältnis die gesamte erhaltene Vergütung in Höhe von rund 104.000,00 € gegenüber jedem einzelnen Beklagten zugrunde gelegt und dabei nicht berücksichtigt, dass es bei der Prüfung des auffälligen Missverhältnisses gem. § 32 a Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 Satz 1 UrhG ausschließlich auf das Verhältnis zwischen dem Urheber und den auf weitere Beteiligungen in Anspruch genommene Nutzungsberechtigten ankomme.

 Gäbe es – wie im vorliegenden Fall – einen Vertragspartner der mehreren unterschiedliche Nutzungsrechte eingeräumt hat, müsse bei der Prüfung des auffälligen Missverhältnisses jeweils der – zu schätzende – Teil der vereinbarten Gegenleistung, der auf die von dem jeweiligen Nutzungsberechtigten verwerteten Nutzungsrechte entfällt, ins Verhältnis zu den von diesem Nutzungsberechtigten erzielten Erträgen und Vorteilen gesetzt werden.